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Jahrhunderthochwasser 2002 | Drawehnertor-Schenke

Jahrhunderthochwasser 2002

Fakten

7,59 m Pegel
Höchststand 23.08.2002

Medienberichterstattungen über außergewöhnlich starke Regenfälle in der tschechischen Republik (Quelle der Elbe) verfehlten ihre Wirkung nicht, wir wurden aufmerksam.

Die Jeetzel steigt.

Für uns eine neue und noch dazu sehr ungewöhnliche Situation.

Denn mein Mann (Berliner) und ich (Leipzigerin) auf keine Erfahrung mit dem Umgang von drohendem Hochwasser aus alter Familientradition zurückgreifen konnten. Deswegen weiter genauestens Pegel beobachten und eingehende Prognosen auswerten.

Die Hochwasserwelle erreicht nach Dresden nun auch Leipzig – Grimma. Die Aufmerksamkeit wird immer größer, das nicht nur bei uns, sondern auch bei immer mehr Bürgern (speziell auf der Stadtinsel). Auch Gäste rufen an und erkundigen sich, wollen helfen. Unsere Mitarbeiter erwarten genaue Anweisungen und nicht nur das, sondern auch präzise Entscheidungen. Es sind viele Unklarheiten, Fragen stehen im Raum.

Die Jeetzel steigt.

Übers Rathaus kommen nicht nur Prognosen, sondern auch Informationen über Sandsackplätze, Einsatz der Feuerwehren, Hilfe vom THW, Stromversorger usw. All diese Aktivitäten halte ich mit der Kamera fest. Ein einmaliges Ereignis, sollte man sich einige Erinnerungsfotos machen.

Die Jeetzel steigt.

Wir beschließen zu räumen. TV-Berichte bestärken uns. Einige einheimische Bürger nicht. Am Ende hatten wir mit ca. 20 Helfern drei Tage lang geräumt.

Der Jeetzelpegel ist jetzt bedrohlich hoch.

Elbwasser erreicht die ersten Straßen und Häuser.

Pegelstand 7,00 m – Wasser kommt langsam in den hinteren Gartenbereich gelaufen. Pumpen im Bier- bzw. Weinkeller laufen auf Hochtouren.

Übrigens hatten wir fantastisches Sommerwetter im August 2002.
Ständiger Erfahrungsaustausch untereinander. Gegenseitige Hilfe auch.

Wasser kommt über die Rosenstr. Und lief in den Friseursalon rein. Der Bierkeller darf nie leergepumpt werden, sonst kann es statische Probleme geben. Die Feuerwehr hilft. Viele Menschen engagieren sich, auch Besucher der Stadt Hitzacker. Jedoch nicht immer. Manchmal steht der eine oder andere Gast auch im Wege rum. Die Jeetzel steigt unaufhörlich.
Wasser kommt vom Garten in das Haus hinein, vom Bierkeller auch und über den Friseursalon und Weinkeller läuft es von der anderen Seite rein. Wir können nichts mehr machen. Oh doch! Der Strom muss dringend abgestellt werden.

Das Wasser steht einige Tage im Haus. Versorgt werden wir von DRK – Standort Rathausplatz. In der Wohnung (1. Etage) können wir schlafen. Am Tag halten wir uns draußen auf informieren uns und machen Pressearbeit. Man macht sich auch Gedanken, wie geht es weiter? Wir holen unser Kind her und Dokumentieren diese außergewöhnliche Situation weiterhin.

Pegelstand 7,59 m

Nach einigen Tagen geht das Wasser so ruhig und langsam wieder zurück, wie es gekommen ist. Das große Aufräumen beginnt.
Der nächste Schritt, Wiederaufbau und Sanierung ja, aber wie ist die Finanzierung?

Eine Elementarschadensversicherung gibt es nicht. Was ist mit Hilfe vom Bund und Land? Können Spendengelder angefordert werden? Wie hoch ist eigentlich der Schaden?

Aber das ist ein anderes Kapitel.

Galerie zum Jahrhunderthochwasser 2002

Hochwasserschutz

Bei der Schutzmauer für die Drawehner Torschenke an der Jeetzel. Das Bohrgerät wird in Position gebracht. Weet-Speed-mixing-Verfahren zur Bodenstabilisierung in der Tiefe; 6-10 m. Fixierung des Stahlprofiles auf das Bohrloch. Einrütteln des Stahlprofiles, dadurch entfallen Rammarbeiten. Beachtlicher Schaden am Haus, verursacht durch Erschütterung. S T O P – S T O P – S T O P Baggerarbeiten Fall der Mauer um 1:28 h. Auf einer Länge von 15m rutschte die Terrasse 4m in die Tiefe. Unterhöhlung Steigender Jeetzelpegel. Provisorische Schutzmaßnahmen. Injektionsverfahren mit feinkörnigen Flüssigbeton zur Stabilisierung.